Aktivierung ganzheitlich denken: Wertschätzung und Selbstwirksamkeit im Kontext der Bürger*innenbeteiligung

Aktivierung ganzheitlich denken: Wertschätzung und Selbstwirksamkeit im Kontext der Bürger*innenbeteiligung

Bericht |  Redaktion |  18.11.2021
Aktivierung ganzheitlich denken: Wertschätzung und Selbstwirksamkeit im Kontext der Bürger*innenbeteiligung

Die Aktivierung von Bürger*innen erweist sich nach wie vor als eine zentrale Herausforderung bei der Planung und Umsetzung diverser Bürger*innenbeteiligungsverfahren. In diesem Zusammenhang wird oftmals diskutiert, wie insbesondere marginalisierte, “stille” Bevölkerungsgruppen besser erreicht werden können.

Im Zentrum dieser Überlegungen stehen dabei meist der Abbau struktureller und administrativer Hürden sowie eine verbesserte Aufklärung über die vorhandenen Angebote durch die Bereitstellung niedrigschwelligen Informationsmaterials.

 

Dem gegenüber lud die Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Katrin Döveling die Teilnehmenden des Bürgerhaushalt-Treffens „Bürgerplauschhalt“ am 05.10.21 dazu ein, im gemeinsamen Gespräch über die emotionalen und bedürfnisorientierten Aspekte von Beteiligung nachzudenken.

Politische Beteiligung, so Döveling, müsse wie jede andere soziale Interaktion auch als kommunikative Situation verstanden werden, in welcher es einen Rückkopplungseffekt zwischen den verschiedenen Agenden der Sendenden und Empfangenden gebe.

 

Immer wieder kommt es im Zuge partizipativer Formate zu einer Diskrepanz zwischen der anfänglichen Erwartungshaltung der Teilnehmenden und der praktischen Umsetzbarkeit derselben. Diese Unstimmigkeit hat ihren Ursprung in einer Misskommunikation, die negative Emotionen bei den Beteiligten hervorruft. Das wiederum wirkt sich negativ auf deren Selbstwirksamkeit und dadurch letztlich auch langfristige Handlungsbereitschaft auswirkt.

Dem könne laut Döveling nur entgegengewirkt werden, wenn sich bestimmte Adressat*innen “gesehen”, das heißt in ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlten. Erst eine solche Anerkennung schaffe das für die Teilhabe notwendige Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl.

 

Im Hinblick auf die Gestaltung von Bürger*innenhaushalten gilt es daher wertschätzend zu kommunizieren, verständnisvoll zu reagieren und den Teilnehmenden zu jedem Zeitpunkt zu ermöglichen, ein aktiver und wertvoller Teil des Entscheidungsfindungsprozesses zu sein.

Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass Werbematerialien sowohl inhaltlich als auch stilistisch diversifiziert werden müssen, um auch marginalisierten Bevölkerungsgruppen ein Gefühl sozialer und emotionaler Zugehörigkeit zu vermitteln.

 

Text: Franca Kappes und Linda Becker - vielen Dank an Frau Dr. Döveling für die Freigabe des Beitrags!

Foto: picture alliance / Zoonar 

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