Interview: Prof. Dr. Roland Roth zu Bürgerhaushalten und Beteiligungskultur

Interview: Prof. Dr. Roland Roth zu Bürgerhaushalten und Beteiligungskultur

Meldung |  Bürgerhaushalte in der Wissenschaft |  Redaktion |  05.11.2014
Interview: Prof. Dr. Roland Roth zu Bürgerhaushalten und Beteiligungskultur

Im Interview mit der Stiftung Mitarbeit analysiert Prof. Dr. phil. Roland Roth die aktuelle Situation der Bürgerhaushalte in Deutschland. Dabei stellt er fest, dass bei der Übertragung dieser lateinamerikanischen Beteiligungsmodelle auf deutsche Verhältnisse viele wichtige Merkmale verloren gegangen seien. Die meisten Bürgerhaushalte in Deutschland seine top-down Angebote, initiiert von kommunaler Seite, so der Professor der Hochschule Magdeburg-Stendal weiter. Es fehle jedoch eine Bewegung von unten, um das Thema "Haushalt" für den Bürger/die Bürgerin attraktiver zu machen und seine besondere Relevanz für alle hervorzuheben. Roth schlägt vor: Mehr Quartiersbezogenheit der Verfahren, mehr Quartiersbudgets und Schülerhaushalte. Dadurch solle gezielt Verantwortung in die Hand der Bürgerinnen und Bürger gelegt werden und ihnen die Chance gegeben werden etwas zu gestalten. Laut dem Politikwissenschaftler, seien solche Verfahren ein zentrales Elemente, um das aktuelle Vorschlagswesen der Bürgerhaushalte in Deutschland weiterzuentwickeln. Gleichsam könne so die eigentliche Grundidee der Bürgerhaushalte aus Südamerika wiederbelebt werden.

 

 

Das Interview entstand auf dem „Forum für Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie“, das vom 26. bis 28. September 2014 in Loccum stattfand. Das Forum ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Mitarbeit und der Evangelischen Akademie Loccum.