Sind online-gestützte Bürgerhaushalte "antidemokratisch"?

Lob und Kritik | Gast | 18.02.2014
Jens Weiß hat sicherlich recht, wenn er meint, dass bildungsferne Bevölkerungsschichten sich nicht an online-Befragungen beteiligen. Das tun sie aber auch nicht bei Wahlen oder sonstigen Befragungen, insofern ist das keine online-spezifische Tatsache. Allerdings muss ich hier ergänzen, dass sich bei den mir bisher bekannten Befragungen auch die "bildungsnahen" Bürger wahrscheinlich sehr zurückhalten werden. Das liegt möglicherweise nicht am fehlenden Interesse, sondern an der Tatsache, dass hier durch das Medium Computer der interessierte Nutzer "überinformiert" wird. Es wird immer wieder gerne ausser Acht gelassen, dass aktiv und intensiv Berufstätige nicht gewillt sind, sich erst durch seitenweise Erklärungen zu lesen, um sich dann irgendwann eine Meinung bilden zu können. Das triff durchaus auch auf diese Punblikation zu ! Da ich gerne konstruktive Kritik übe, hier ein Verbeserungsvorschlag : In der Industrie habe ich gelernt, bei Angeboten an Unternehmen oder Institutionen ein "Managemnt Summary" vorzuschalten. Es ist dies eine Zusammenfassung der wichtigsten und entscheidungsrelevanten Fakten ohne Fachausdrücke und in Kurzform; und darauf liegt der Schwerpunkt. Das kann man in fast schon perfekter Form sehen bei : www.avaaz.com. Hier wird, jeweils projektbezogen, kurz das Problem beschrieben und um Mitarbeit geworben. Das schafft auch ein Berufstätiger. Quintessenz daraus also : Weniger ist mehr. Mit freundlichem Gruss Detlef Verchin P.S. Was ist z.B: Mollom privacy policy ? Zum Thema Fachausdrücke - s.o.
Antwort der Redaktion: 
Hallo Herr Verchin. Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zum Artikel. Wir bemühen uns stets die Informationen in unseren Artikel so aufzubereiten, dass sie leicht verständlich, kurz und eingängig sind. Für Hinweise bei Verständnisproblemen sind wir somit immer dankbar. Was die Länge der Artikel angeht, ist mit einer Informationslawine niemandem gedient, zumal gerade im Internet die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer flüchtig ist. Deshalb nutzen wir häufiger Links in den Texten oder am Ende eines Artikels, um auch Nutzerinnen und Nutzern, die sich intensiver mit einem Thema beschäftigen wollen, die Möglichkeit zu geben sich weitergehend zu informieren. Bei dem angesprochenen Artikel handelt es sich jedoch um die Darstellung einer Argumentation, die wir bereits auf die wesentlichen Argumente reduziert haben. Eine weitere Kürzung hätte die Argumentation möglicherweise unlogisch gemacht oder verzerrt. Ihr Hinweis zeigt aber, dass man in solchen Fällen vielleicht stärker mit Spiegelstrichen o. Ä. arbeitet sollte, um so Informationen zugänglicher zu machen. Beste Grüße Julian Ermert (Redaktion)