Wie Bürgerhaushalte rund um den Globus zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können

Wie Bürgerhaushalte rund um den Globus zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können

Meldung |  Redaktion |  18.05.2021
Wie Bürgerhaushalte rund um den Globus zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können
Ein Blick über die Stadt Cuenca in Ecuador © flickr, Art DiTommaso

Unter der Schirmherrschaft mehrerer Organisationen, darunter etwa United Cities and Local Governments (UCLG), die IOPD (International Observatory for Participatory Democracy, ein Netzwerk von Kommunalverwaltungen, die sich der Verbesserung der Demokratie durch aktive Bürgerbeteiligung verschrieben haben) sowie die Kota Kita Foundation aus Indonesien, wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres eine Studie lanciert, die die Ergebnisse 15 lokaler Untersuchungen zusammenfasst.

Unter den teilnehmenden Regionen und Städten finden sich u.a. Bordeaux (Frankreich), Cuenca (Ecuador), Águeda (Portugal), Bashkortostan (Russland), New Taipei City (Taiwan), Semarang  (Indonesien) oder auch San Pedro Garza García in Mexiko.

Ein erstes Ziel des Reports war es, nicht nur zu beschreiben und zu verstehen, was tatsächlich in diesem Feld passiert, sondern auch  zu reflektieren, inwieweit Bürgerhaushalte zur Anpassung an den Klimawandel beitragen und was die aktuellen Herausforderungen sind.

Als zweites Ziel nennt der Bericht die Art und Bedeutung der porträtierten Beiträge: Sind sie marginal oder nicht? Wie viele Projekte werden jedes Jahr umgesetzt? Was kosten sie und woher kommen die Mittel? Welche Effekte des Klimawandels werden hier tatsächlich adressiert?

Ein weiteres Anliegen des Berichts ist es, für klimabezogene Bürgerhaushalte zu werben und ein Bewusstsein zu wecken für das große (und noch weitgehend ungenutzte) Potenzial dieser BHH, um die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben von Millionen von Menschen zu vermindern.

Des Weiteren fasst die Studie die markantesten Auswirkungen des Klimawandels zusammen und kommentiert die Veränderungen, mit denen die 15 bezeichneten Städte oder Provinzen konfrontiert sind.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es in den meisten Städten nicht einzelne, sondern eine Kombination von auffälligen Auswirkungen gibt: Überschwemmungen, verursacht durch starke Regenfälle sowie den Anstieg des Meer- und Flusspegels, sind die häufigsten, gefolgt von Waldbränden, Hitzeinseln, Hitzewellen und Taifunen.

Darüber hinaus wird geschildert, welche Art von Projekten von den Bürger*innen priorisiert werden: Es geht um die Ergebnisse der Prüfung von rund 4.400 Bürgerhaushalts-Projekten; wobei man sich auf die Anzahl der genehmigten Bürgerhaushaltsprojekte, die eine Auswirkung auf die Anpassung an den Klimawandel hatten, fokussiert.

In den zehn Städten, deren Daten konsolidiert werden konnten, bewilligten die Bürger/ -innen über einen Zeitraum von durchschnittlich zwei Jahren 900 Klima-Projekte im Wert von fast 22 Mio. US-Dollar.

Dies, so die Studie, zeige deutlich den signifikanten Beitrag, den Bürgerhaushalte in den letzten Jahren zu den Bemühungen, die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen, geleistet haben.

Schließlich konstatieren die Autor*innen, dass die meisten internationalen Organisationen dem potenziellen Beitrag, den Bürgerhaushalte zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels leisten können, bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Der Bericht plädiert dafür, dass sie gut daran täten, das immense Potenzial von klimasensiblen Bürgerhaushalten zu erkennen und  schlägt vor, die Unterstützung durch multilaterale und bilaterale Organisationen und internationale NGOs deutlich zu erhöhen.

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